

Nach fast 30 Jahren räumt Peter Schröder den Chefsessel
Heute Abend wird Stadtwerke-Geschäftsführer Peter Schröder offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Der Lokal Anzeiger traf sich aus diesem Anlass ein letztes Mal zum gemeinsamen Gespräch.
Lokal Anzeiger: Herr Schröder, ab 1. Juli sind Sie Rentner. Was fangen sie mit der neu gewonnen Zeite an?
Peter Schröder: Zuerst einmal werde ich etwas Luft holen. Dann möchte ich mich im Vorstand des Vereins "erkrath initial" stärker einbringen und für meine körperliche Fitness öfters Schwimmen gehen. Außerdem interessiere ich mich sehr für die europäische Geschichte, und mein japanischer Garten zu Hause benötigt auch regelmäßig viel Pflege.
Lokal Anzeiger: Klingt so, als hätten Sie einen Plan für Ihre Rente erarbeitet.
Peter Schröder: Durchaus. Vor einem oder anderthalb Jahren habe ich angefangen, mir Gedanken darüber zu machen.
Lokal Anzeiger: Was kommt Ihnen als Erstes in den Sinn, wenn Sie auf 34 Jahre Tätigkeit bei den Stadtwerken zurückblicken?
Peter Schröder: Dass ich immer relativ viele Freiheiten besaß, um meine Konzepte umsetzen zu können. Das hat für mich einen ganz hohen Stellenwert.
Lokal Anzeiger: Seit kanpp 30 Jahren sind Sie an der Spitze der Stadtwerke tätig. Wie unterscheidet sich das Unternehmen von 1980 mit dem von 2009?
Peter Schröder: 1980 waren wir wie ein kleiner Handwerksbetrieb. An mancher Stelle, und das gebe ich offen zu, fehlte es uns damals auch Kompetenz und Fachpersonal. Außerdem waren die Aufgaben hauptsächlich technisch. Heute sehe ich die Stadtwerke als technisch und wirtschaftlich gut aufgestellten Mittelständler, der im Bereich Energie kompetent ist, die Erkrather Bürger zu beraten und zu betreuen.
Lokal Anzeiger: Wie hat sich das Unternehmen weiterentwickelt?
Peter Schröder: Die Versorgungslandschaft entwickelt sich kontinuierlich weiter. Die Netzunterhaltung läuft heute auf elektronischem Wege. Früher fuhr der Techniker jeden Morgen zu den Stationen raus und blätterte in der Planmappe. Jetzt schaltet erden Laptop ein.
Lokal Anzeiger: Welchen Herausforderungen müssen sich die Stadtwerke in Zukunft stellen?
Peter Schröder: Der Druck durch den Kundenwechsel wird zunehmen. Was beim Strommarkt bereits gängig ist, wird auch beim Gas bald der Fall sein. Außerdem muss der Netzbetrieb immer effizienter werden.
Lokal Anzeiger: Gregor Jeken wird zum 1. Juli Ihr Nachfolger als Geschäftsführer der Stadtwerke Erkrath. Was zeichnet ihn aus?
Peter Schröder: Gregor Jeken ist seit zehn Jahren bei uns, zurzeit als Bereichleiter Strom tätig. Er ist fachlich versiert und ein dynamischer, kommunikativer Mensch. Von großem Vorteil ist, daß er unser Haus und die meisten unserer Kunden kennt.
Lokal Anzeiger: Herr Schröder, ich danke für das Gespräch und wünsche Ihnen alles Gute für die Zukunft.
Das Gespräch führte Stefan Reinelt
Info zur Person Peter Schröder
Geboren am 12. März 1947, nach der Lehre zum Maschinenschlosser folgte ein Maschinenbaustudium. Zum 1. März 1975 begann er seine Tätigkeit für die Stadtwerke. 1980 wurde er zum Technischen Werkleiter, 1982 zum alleinigen Werkleiter bestellt. Durch die Umandlung zur Stadtwerke Erkrath GmbH im Jahr 1991 wurde er Geschäftsführer.
Zu den wichtigsten Leistungen gehören der Aufbau der Erdgasvesorgung in Unterfeldhaus und Hochdahl bis Mitte der 1980er Jahre, in den 1990er Jahren die Übernahme des Stromnetzes von RWE und der Bau des Neanderbads mit seiner Eröffnung in 2006.